Der Sinn eines interaktiven und multimedialen Klinischen Befundbogens

Ein Klinischer Befundbogen dient den in der Heilkunde Tätigen als das wichtigste Werkzeug bei der täglichen Arbeit.
Nach der Erhebung der Krankengeschichte hat man meist eine oder mehrere (Verdachts)-Diagnosen stellen können, die nun
durch die körperliche Untersuchung erhärtet werden müssen. Der Klinische Befundbogen ist für die Heilberufe so etwas wie
eine Checkliste für einen Jet-Piloten oder einen Ingenieur vom TÜV. Diese Checkliste sollte alle wichtigen Organe und
Krankheitszeichen enthalten, die bei der Untersuchung des Patienten untersucht und befundet werden müssen.


Bei der praktischen Arbeit haben wir gute und schlechte Tage; an manchen Tagen stehen wir unter Zeitdruck, an manchen Tagen läßt uns unser Gedächtnis im Stich, und manchmal lenkt uns der oder die
Patientin mit Zwischenfragen ab, so daß wir einen wichtigen Punkt der körperlichen Untersuchung verrges-
sen. Deswegen können wir ohne Befundbogen nicht vernünftig arbeiten. Für die praktische Arbeit mit dem
Patienten können Sie den dreiseitigen Befundbogen ausdrucken. Sie erreichen diese Funktion über das
rechts abgebildete Druckersymbol im Werkzeugkoffer.


Ein Besipiel aus dem Befundbogen soll den Sinn eines interaktiv und multimedial ausgestatteten Klinischen Befundbogens
klarmachen: Bei der klinischen Untersuchung der Lunge werden üblicherweise die Befunde im Bereich des Thorax über den
Lungen durch Abtastung, Abklopfen(Perkussion) und Abhorchen(Auskultation) erhoben. Dabei ist es für den Anfänger über-
aus hilfreich, die Bedeutung der Befunde und die Untersuchungstechniken der jeweiligen Organe zu kennen. Dieses Wissen
vermittelt der interaktiv kommentierte Befundbogen. Wenn Sie auf die Links(blau und unterstrichen) klicken, werden dazu
Fachbegriffskarten in dem oberen Informationsfenster angezeigt. Hier könnten Sie folgendes erfahren.

Lungengrenzen
Durch Abklopfen feststellbare Grenzen der Lungen- verschieblichkeit nach unten: im Bereich des Rückens in Höhe der 9. Rippe, am seitlichen Brustkorb in Höhe der 8. und zum Brustbein hin in Höhe der 6.-7. Rippe. Die Lungengrenzen schwanken abhängig von der Atmung. Dies wird auch als Atemverschieblichkeit bezeichnet und kann bei Pleuraerguß und Pneumothorax aufgehoben sein; bei Emphysem und Asthma bronchiale ist sie einingeschränkt.

Verschieblichkeit
Atemverserschiebung der Lugengrenzen je nach Atemphase nach unten oder oben. Bei der Inspiration senkt sich das Zwerchfell nach unten und die Lunge dehnt sich 2 - 3 cm in Richtung Bauchraum aus, bei der Exspiration finden umge-
kehrte Bewegungen statt. Diese Verschiebung kann durch Beklopfen der Lungengrenzen erfaßt werden und kann, z.B. bei Pneumo- thorax seitenungleich, bei M. Bechterew seitengleich eingeschränkt sein.

Lungengrenzen Verschieblichkeit Klopfschall Stimmfremitus
 

Klopfschall
Durch Beklopfen der Körperoberfläche, auch Perkussion genannt, wird auf die Art des darunterliegenden Gewebes geschlossen. Bei luftgefüllten Hohl-
räumen, wie z.B. über der Lunge, ist ein lauter, tiefer hypersonorer Schall zu hören. Bei kompakten Geweben hingegen ist ein leiser, kurzer und gedämpfter Schall zu vernehmen. Bei Pneumonie ist über einem Lungenteil
eine Dämpfung hörbar.

Stimmfremitus
Fühlbares Erzittern des Brustkorbs, wenn ein Lungenge-
sunder mit tiefer Stimme die Zahl 99 spricht. Der S. entsteht, wenn die Schwingungen im Kehlkopf der Resonanz, d.h. der Eigenschwingung des Brustkorbes entsprechen. Er ist abgeschwächt bei eingeschränkter Schwingungsfähigkeit der Brustwand, z.B. bei Pleuraer-
güssen oder Pleuraschwarten. Der S. sollte bei jeder gründlichen körperlichen Untersuchung geprüft werden.



Der multimedial ausgestattete Klinische Befundbogen ist eng mit dem Kursus des diagnostischen Blicks
verzahnt. Wenn es didaktisch sinnvoll und möglich ist, werden die zu erhebenden Befunde mit entsprechenden Foto-
grafien illustriert, die dokumentieren, was alles bei der körperlichen Untersuchung durch Inspektion befundet werden
kann. Da der o.g. Kursus noch nicht vollständig ist, wird die Verzahnung des Befundbogens langsam zunehmen,
sobald neue Fotografien hinzukommen. Achten Sie auf das rechts abgebildete Kamerasymbol; dahinter verbirgt sich
der Link zum entsprechenden Befund im Kursus des diagnostischen Blicks.

 

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